Januar
 
Ist die Zeit die leeren Bienenbehausungen (Zargen, Unterböden, Deckel) zu reinigen und für die neue Saison herzurichten. Alte, noch brauchbare Rähmchen sauber machen (gut abkratzen), Draht erst nach spannen, bevor die Mittelwand eingelötet wird.

Am Bienenstand:
Fluglöcher sauber machen, eventuell kurz das Mäusegitter entfernen und mit einem Hölzchen die toten Bienen durch das Flugloch entfernen.
Unterbodenschieber sauber machen und zur Kontrolle wieder einschieben. Nach etwa 2 Wochen nachschauen wo das Volk den Sitz hat, sieht man dann am Unterbodenschieber.  Wieviel Waben sind besetzt? 
Kasten kurz anheben um festzustellen, ist noch genügend Futter vorhanden?
Wenn festgestellt wird, dass ein Volk eventuell zu wenig Futter hat (siehe Februar)
Bei schönem warmen Wetter könnte der Reinigungsflug schon stattfinden. Ansonsten äußerste Ruhe um die Völker! Wenn Vögel (Meisen usw.) entdeckt haben dass beim kurzen Anklopfen an dem Flugloch etwas zum Fressen heraus kommt, unbedingt ein engmaschiges Netz oder Gitter anbringen!

Wenn festgestellt wird, dass ein Volk abgestorben ist, Waben entfernen, Kästen gleich sauber machen (auskratzen, ausflammen), je nachdem können die Futterwaben wieder verwendet werden, vorher aber ab schwefeln mit Schwefelstreifen! (Schwefelschnitten gibt es im einschlägigen Bienenfachhandel oder auch  am Lehrbienenstand. Eine Bevorratung mit diesen Schnitten ist ratsam, sie gehen nicht kaputt)
Wie geht das:

Die Futterwaben und die noch zu gebrauchenden Waben in Zargen hängen, zwischen den Waben Abstände lassen, die Zargen aufeinander setzen, 2 Leerzargen darüber, eine Blechdose mit seitlichen Löchern auf ein altes eisernes Absperrgitter stellen, Schwefelschnitte anzünden und in Blechdose stellen, Deckel oben drauf und warten. Das Ganze möglichst im Freien durchführen! Achtgeben, dass nichts Feuer fängt! Dieses nach einer Woche wiederholen. Später die Waben lüften und mottensicher zurück hängen. 

Achtung: Vorsicht beim Atmen !
Die Schwefeldämpfe tun den Atmungsorganen nicht gut, alles gut vorbereiten und dann schnell handeln, mit Mundschutz arbeiten!

Text: Oskar Bier 1.Vorsitzender Lehrbienenstand

Bei weitergehenden Fragen wenden Sie sich an:
Oskar Bier 07654/8607 oder Ludwig Kromer 07707/324  

Februar

An einem schönen Februartag, mittags, wenn evtl. etwas Bienenflug ist, muss aber nicht sein - 2 bis 3 Futterwaben bereithalten. Rauch machen. Bodenschieber ziehen und schauen, wo sitzt das Volk. Vorsichtig Deckel vom Magazin abnehmen, Folie zur Seite ziehen und direkt an den Bienensitz die Futterwaben hängen, evtl. etwas Rauch, gleich wieder zumachen. Abfliegende Bienen  fliegen ins Volk durch Flugloch zurück. Wabe direkt am Bienensitz evtl. 1-2 cm aufkratzen, mehr nicht, nur dass die Bienen merken, da ist etwas.

Geben von flüssig Futter (Apiinvert)

Direkt über dem Bienensitz ein Futtereimerchen (max. 2-3 Liter, oder Gurkenglas mit ein paar Löcher im Deckel) stellen, Loch in die Folie machen, dass die Bienen an das Futter kommen aber keine Wärme verloren geht. Den Hohlraum der Zarge, in welcher das Futter steht evtl. mit Zeitungspapier füllen. Diese Futtermethode  ist aber nur zu raten, wenn keine starken Fröste zu erwarten sind. Zuckerwasser, hergestellt aus grobem Haushaltszucker eignet sich nicht so gut, weil die Bienen diesen einmal mehr aufspalten müssen und dadurch die Kotblasen zusätzlich belastet wird.

Geben von Futterteig
Wenn die Bienen fliegen können, d.h. für das Volk Wasser zur Verfügung steht, direkt über den Bienensitz Futterteig geben, aber so, dass durch das warm werden des Futterteigs dieser nicht in die Wabengassen tropft und die Bienen total verklebt werden. Als Unterlage ein Folienstück verwenden und ein paar kleine Löcher hinein stechen, dass die Bienen an das Futter kommen. Ganz gut für diese Fütterung ist "Nektarpol""Biopol" (Pollen-Eiweißhaltig) usw., man kann aber auch kandierten Honig oder Apifonda nehmen. Erste Gabe etwa 500 Gramm, eher weniger und je nach Abnahme durch das Volk das Ganze wiederholen.

Beobachtung am Flugloch
Der Reinigungsflug oder einfach, wenn das Volk sich säubern kann beobachten wir, dass die Bienen zum Teil schon mit prall gefüllten Pollenhöschen zurückkommen. Da gibt die Haselnuss/Erle oder Krokus schon den ersten Pollen der für die Entwicklung der Brut im Volk jetzt äußerst wichtig ist. Der Flug ist ruhig, vor dem Flugloch sind einige Wächterbienen, die Frischluft in das Volk fächeln und das Kommen und Gehen ihrer Artgenossen beobachten und prüfen. Dieses Volk scheint in Ordnung zu sein. Durch kurzes Anklopfen am Kasten/Zarge - das Ohr an der Kastenwand - ertönt aus dem Volk ein leichtes aufbrausen, das jedoch gleich, nach einigen Sekunden wieder weg ist. Hier ist alles in Ordnung. Wenn das Brausen/Heulen längere Zeit andauert ist es möglich, dass die Königin fehlt, oder sonst im Volk etwas nicht stimmt. Immer auch den Bodenschieber ziehen und den Varroabefall beobachten.

Text: Oskar Bier 1.Vorsitzender Lehrbienenstand

Bei weitergehenden Fragen wenden Sie sich an:
Oskar Bier 07654/8607 oder Ludwig Kromer 07707/324 

 

März

Solange wir im Hochschwarzwald im Frostbereich sind, ist es wichtig, dass das Bienenvolk, welches noch in der Traube sitzt, Ruhe hat und nicht gestört wird. Wichtig ist, dass das Mäusegitter von toten Bienen frei ist und genügend Luft in den Stock kommt. Eventuell vorsichtig mit einem Hölzchen die toten Bienen aus dem Fluglochbereich  wischen. Vorsichtig die Beuten hinten anheben und prüfen, ob noch genügend Futter vorhanden ist. Bodenschieber ziehen und schauen, vieviel Wabengassen von den Bienen besetzt sind. Unter 4 Wabengassen ist das Völkchen schwach, beobachten beim Flug, bringt das Volk Pollen, dann evtl. auf ein stärkeres Volk aufsetzen (Absperrgitter dazwischen geben!). 

Text: Oskar Bier 1.Vorsitzender Lehrbienenstand

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Oskar Bier 07654/8607 oder Ludwig Kromer 07707/324  

April

Wenn die Temperaturen um die 15 Grad sind und die Bienen fliegen, kann man einen Blick in das Volk wagen. Ist die unterste Zarge nicht besetzt, diese wegnehmen und die 2. Zarge als 1. Zarge eventuell auf einen sauberen frischen Unterboden setzen. Prüfen ob genug Futter vorhanden ist, evtl. Futterwaben am Zargenrand dazu geben.  Je nach Brutstärke 2. Zarge in ein bis zwei Wochen aufsetzen (Mittig 4-5 ausgebaute helle honigfeuchte Waben, Baurahmen und Rest mit Mittelwänden füllen,  je nach Volkstärke und Witterung). Wenn Polleneintrag ist, kann man auch mit etwas Reizfutter -  ( Abschöpfhonig/Deckelwachs aus eigener Imkerei - ja nichts aus dem Supermarkt Faulbrutsporen), die Völker etwas zum Bruteinschlag reizen. Ist aber die Witterung Nachts noch um den Gefrierpunkt, sollte man von dem "Reizen" absehen. Wichtig ist, die Brut immer zusammen lassen, also nie Leerwaben oder Mittelwände zwischen die Brut hängen. Warum? Das Volk sitzt noch auf einer - wenn auch lockeren Traube - und muss eine Temperatur von 35 Grad halten.  Leerwaben und Mittelwände haben jetzt zwischen den Brutwaben nichts verloren!

Bitte beachten!
Abonnenten der Fachzeitschrift "Bienen&Natur" die dortige Monatsanweisung wird für die Höhenlage 400 - 500 m NN gemacht.
Wenn also dort vom Einhängen der Mittelwände im März, Anfang April geschrieben wird, bei uns dann etwa 2 Wochen warten. Im Unterland (Region Breisgau-Kaiserstuhl-Ortenau usw.) blühen die Obstbäume und bei uns oben auf 800 bis 1.000 m NN ist alles noch grau in grau.

Text: Oskar Bier 1.Vorsitzender Lehrbienenstand

Bei weitergehenden Fragen wenden Sie sich an:
Oskar Bier 07654/8607 oder Ludwig Kromer 07707/324  

 

 

Mai

 

Jungvolkbildung

Ohne Jungvolkbildung hat die Imkerei keine Zukunft! Bienenvölker mit jungen Königinnen aus diesem Jahr sind im nächsten Jahr die Ertragsvölker und Reserven für Ausfälle.
Der Schwarm ist die natürliche Vermehrungsform des Honigbienenvolkes und dient der Arterhaltung. Auch wir sollten durch Vermehrungsmaßnahmen diesem Beispiel nacheifern, um unseren Bestand zu sichern. Allerdings ist der natürliche Schwarm keine sinnvolle Lösung in der Imkerei, denn jeder nicht gefangene Schwarm sieht einer sehr ungewissen Zukunft entgegen! Die wenigsten Imkerinnen und Imkern können beim Schwarmabgang dabei sein und diesen in Obhut nehmen. Es ist daher sinnvoll, gezielt für Jungvölker zu sorgen und damit gleichzeitig den Schwarmtrieb zu lenken. Bei sehr starker Tracht kann die Pflegeleistung der Völker abnehmen. In der aktuell ausklingenden Frühtracht mit abnehmenden Tageszunahmen und der gleichzeitig hohen Anzahl an Brutzellen und Bienen in den Völkern ist dies der geeignete Zeitpunkt der Völker, Weiselzellen zu pflegen. Die Schwarmzeit ist also die ideale Zeit für die Bildung von Jungvölkern in Form von Ablegern oder evtl. Kunstschwärmen. Mit der Entnahme von Bienen und/ oder Brut betreibt man aktiv eine Lenkung der Schwarmlust in den Völkern. In diesem Zusammenhang kann die Königinnenzucht mit integriert oder Jungköniginnen eingeweiselt werden. Eine Jungvolkbildung im Mai erlaubt bis zum Sommer bereits eine Einschätzung von Verhalten und Eigenschaften der jungen Königinnen, so dass wir rechtzeitig selektieren können, was wir am Stand behalten wollen und was nicht.

 

Brutableger bilden

 

Im Mai reicht im Prinzip eine voll verdeckelte Brutwabe mit ansitzenden Bienen, abgestoßene Bienen von einer weiteren Wabe, eine Futterwabe, eine Leerwabe und eine Mittelwand, um in einem Kasten im Standmaß ein Jungvolk zu bilden. Hat man mehr Brutwaben aus verschiedenen Völkern zur Verfügung, so kann der Ableger natürlich auch stärker gebildet werden. Auch die dazu gestoßenen Bienen können aus verschiedenen Einheiten stammen. Bei der Bildung müssen wir unbedingt darauf achten, dass wir nicht die Königin aus dem Ursprungsvolk mit in das Jungvolk bekommen. Wer schlecht Königinnen findet und ein gleiches Rähmchenmaß in Brut- und Honigraum verwendet, kann die Brutwaben zunächst abstoßen, über Absperrgitter in den Honigraum hängen, und wieder entnehmen, sobald sie gut mit Bienen besetzt sind.

 

Einsatz von Weiselzellen

 

Die Zugabe einer Königin ist in dieser frühen Phase des Bienenjahres nicht unbedingt notwendig. Befinden sich noch Eier oder jüngste Brut auf den Brutwaben, so können sich die Bienen selbst eine junge Königin ziehen. Allerdings muss man 3 Tage nach der Bildung nachsehen, ob bereits gedeckelte Weiselzellen vorhanden sind. Ist dies der Fall, handelt es sich um sogenannte Notköniginnen, die aus zu alten Larven gezogen wurden. Sie werden entfernt und der Ableger gezielt mit zwei bis drei belarvten Weiselnäpfchen aus einem nachzuchtwürdigen Volk versorgt, wenn keine weiteren offenen Weiselzellen vorhanden sind. Auch angepflegte oder schlupfreife Weiselzellen können gut eingesetzt werden; sie werden vorsichtig an einer Brutwabe befestigt. Hat man bereits geschlüpfte Jungköniginnen zur Verfügung, so können diese nur zugesetzt werden, wenn in den Ablegern keine offene Brut mehr vorhanden ist, da sonst die Annahme gefährdet ist. Sie werden im Zusetzkäfig unter Futter-teigverschluss neben oder zwischen Brutwaben gehängt. Danach lässt man den Ableger zehn Tage in Ruhe, um die junge Königin nicht zu gefährden.

 

Neuen Standort nutzen!

 

Der Brutableger wird im Idealfall mit geschlossenem Flugloch gebildet und an einem eigenen Standort außerhalb des 3 km Flugradius der Wirtschaftsvölker aufgestellt. So bleiben alle Flugbienen im Jungvolk. Um ein Verrutschen und Bewegen der Waben beim Transport zu verhindern, sollte der freie Raum entweder mit Leerrähmchen aufgefüllt, oder die letzten Rähmchen mit Nägeln fixiert werden. Hat man keinen weiteren Standort, so kann man sich mit anderen Imkern zusammen einen suchen und diesen gemeinsam zum Aufstellen von Jungvölkern nutzen. Aber auch das Belassen am Standort der Wirtschaftsvölker ist möglich, wenn man den Ableger mit offenem Flugloch bildet, am Bildungsort stehen lässt, bis der Bienenflug eingestellt ist, und danach auf einen anderen Platz stellt, am besten mit anderer Flugrichtung wie die Wirtschafts-völker und besser mit beschattetem Flugloch. So finden die abge-flogenen Flugbienen aus den Wirtschaftsvölkern die kleine Einheit nicht wieder, und sie kann sich ungehindert entwickeln. Man muss sich für die Bildung von Brutablegern keine Ablegerkästen anschaffen, da sie rasch zu klein werden, wenn die Jungköniginnen begattet sind und voll in Brut gehen. Spätestens wenn weitere Mittelwände eingehängt werden, muss man das Jungvolk dann in einen normal großen Kasten umquartieren, damit es ungehindert wachsen kann. Zu-sätzlich ist genügend Raum für Futtertasche oder Futterwaben zur Verfügung, die bei guter Entwicklung und geringer Tracht regelmäßig kontrolliert und evtl. ergänzt werden müssen.

 

Kunstschwarm

 

Die Kunstschwarmbildung ist erst möglich, wenn Königinnen zur Verfügung stehen, denn hier werden ausschließlich Bienen von verschiedenen Völkern in eine Kunstschwarmkiste gefegt. Dies kann auch gut mit der Honigernte verbunden werden, wenn die Bienen sowieso von den Honigwaben gekehrt werden, und das Absperrgitter verhindert, dass wir die Alt-Königinnen mit abkehren. Nach Eintritt der Weiselunruhe (ein bis zwei Stunden) werden die Königinnen im Zusetzkäfig unter Fest-verschluss zugehängt. Der Kunst-schwarm wird sodann unbedingt kühl, dunkel und ruhig mit offenem Lüftungsgitter in einem Raum aufgestellt (Kellerhaft). In dieser Zeit muss er gefüttert werden, da er nicht wie im Naturschwarm über Futterreserven verfügt. Nach 2 bis 3 Tagen kann er an seinem Aufstellungsplatz in eine Beute eingeschlagen werden, wobei die Königin dann den Futter-teigverschluss erhält. Dass dieser Kunstschwarm nur Mittelwände erhält und weiter gefüttert wird, ist Voraussetzung, dass er sich optimal entwickeln kann.

 

Text:  aus Infobrief_2018_07

Bei weitergehenden Fragen wenden Sie sich an:
Willi Winterhalder 07651/4758
 oder Ludwig Kromer 07707/324